Zusatzbeitrag 2012: Krankenkasse verzichten

    Zusatzbeitrag 2012 eher die Ausnahme

zuletzt aktualisiert: 11.11.2011

 

Zusatzbeitrag: 2012 wird der Zusatzbeitrag nur bei wenigen Krankenkassen eine Rolle spielen - doch das bleibt nicht so. Auch wenn die Krankenkassen in 2012 meist auf den Zusatzbeitrag verzichten: auf lange Sicht kommen sie nicht daran vorbei, sagen Experten.

Aktuellen Erhebungen zufolge wollen von 153 Krankenkassen mindestens 133 im Jahr 2012 keinen Zusatzbeitrag erheben - eine gute Nachricht für die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen.

 


Weitere 10 Kassen haben sich in dieser Frage noch nicht öffentlich positioniert und halten sich die Option damit offen. Doch erfahrungsgemäß werden die meisten gesetzlichen Krankenkassen versuchen, den Zusatzbeitrag auf Biegen und Brechen zu vermeiden. Zu groß ist die Angst vor massiven Mitgliederverlusten, die meist auch noch aus dem Kundensegment der jüngeren und somit meist weniger kostenintensiven Mitgliedern stammen.

 

Zusatzbeitrag 2012: Die meisten Krankenkassen verzichten

Damit bleiben gegenwärtig nur fünf Krankenkassen übrig, die zumindest zu Beginn des nächsten Jahres die zusätzliche Abgabe erheben werden. Betroffen sind rechnerisch etwa acht Millionen Versicherte, die sich allerdings noch drastisch verringern können, falls die DAK ihre Ankündigung wahr macht und im April 2012 ihren Zusatzbeitrag von acht Euro abschafft. Damit bräuchten auf einen Schlag über 4,7 Millionen Mitglieder der DAK ebenfalls keine zusätzlichen Abgaben mehr an ihre Krankenkasse zu entrichten.

 

Allerdings ist es noch nicht sicher, dass es auch tatsächlich so kommt: Das Bundesversicherungsamt hat bereits das Vorpreschen der DAK kritisiert und daran erinnert, dass es bislang noch keine Genehmigung für die Abschaffung des Zusatzbeitrages gibt. Die DAK äußerte sich dagegen sehr zuversichtlich, ihr Versprechen einlösen zu können. Dort rechnet man mit positiven Effekten aus der Fusion und sieht sich gut gerüstet, was von anderen Kassen allerdings stark bezwifelt wird.

 

 

Auch kein Sozialausgleich in 2012

Als Folge des weitestgehenden Verzichts der Gesetzlichen Krankenkassen auf zusätzliche Einnahmen wird es in 2012 auch keinen Sozialausgleich geben. Kassenmitglieder mit geringem Einkommen werden nicht entlastet wenn ihre Kasse als eine der wenigen Ausnahmen einen Zusatzbeitrag erheben sollte. Das liegt mit den festgelegten Rahmenbedingungen für den Sozialausgleich zusammen: Der Gesetzgeber sieht eine Entlastung nur vor, wenn der “durchschnittliche Zusatzbeitrag” aller Krankenkassen mehr beträgt als zwei Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen des Mitglieds. Da die Kassen weitestgehend auf Zusatzbeiträge verzichten, liegt jedoch der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei Null - und somit auch der Sozialausgleich.

Zusatzbeitrag langfristig kaum zu verhindern

Wie lange es jedoch bei der geringen Verbreitung der Zusatzbeiträge noch bleibt, ist allerdings völlig offen. Langfristig wird damit gerechnet, dass kaum eine Krankenkasse am Zusatzbeitrag vorbeikommt - es ist nur nicht sicher, wann es so weit ist. Die demografische Bevölkerungsentwicklung, sinkende Wirtschaftsprognosen und die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen werden den Kassen auf Sicht kaum eine andere Wahl lassen, als den Zusatzbeitrag zu erheben. Bis dahin werden vermutlich viele der heute noch aktiven Kassen vom Markt verschwunden sein: Die Tendenz zu Kassenfusionen hält weiter an, wie gegenwärtig bei der DAK, der BKK Gesundheit und der BKK Axel Springer beobachtet werden kann. Und auch weitere Krankenkassen-Schließungen können wohl nicht ausgeschlossen werden: Nach der City BKK erwischte es jetzt auch die BKK für Heilberufe. Das Bundesversicherungsamt schließt die Kasse zum Jahresende.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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