Pharmaindustrie: Pharmalobby vor dem Aus?

Pharmaindustrie in Sorge: Bahr will Pharmalobby vor die Tür setzen

zuletzt aktualisiert: 14.07.2011

 

Bahnt sich für die Pharmaindustrie eine Zeitenwende an? Die Pharmalobby soll aus den Gremien verschwinden, die das Gesundheitsministerium beim Arzneimittelrecht beraten.


Es wäre wohl ein Paukenschlag: Ausgerechnet ein FDP-Minister will die Lobbyisten loswerden und der Pharmaindustrie den Stuhl vor die Tür setzen. Die Pharmalobby soll nach dem Willen des Gesundheitsministers Daniel Bahr aus den Expertengremien verschwinden.

 

Die Begründung klingt einleuchtend: Für die Unabhängigkeit der Gremien in fachspezifischen Fragen sei dieser Schritt erforderlich. Daher sollen künftig im Gremium nur noch Vertreter aus der medizinischen oder pharmazeutischen Wissenschaft sitzen - das bedeutet gleichzeitig auch das Aus für die Vertreter der Krankenkassen.

Vom Bundesverband der Arzneimittelhersteller kommt denn auch prompt Widerstand. Es sei eine über drei Jahrzehnte “gut funktionierende sinnvolle Kooperation”, die da beendet werden solle. Zudem hätten die Pharmaverbände in den jeweiligen Gremien nur wenige Sitze inne und schon allein deshalb nur geringen Einfluss. Diesen scheinen die Vertreter der Pharmaindustrie in der Vergangenheit allerdings optimal genutzt zu haben. Erst im September des vergangenen Jahres titelte der Spiegel “Pharmalobby diktiert Gesetzesänderung Nummer 4” und zeigte auf, wie die Pharmaindustrie von den jüngsten Gesetzesänderungen profitierte.

Dass es ausgerechnet ein Mann aus der im Ruf großer Wirtschaftsfreundlichkeit stehenden FDP ist, der die Pharmalobby ausbremsen will, erstaunt um so mehr. Zumal Daniel Bahr offenbar mit Gegenwind in der Koalition rechnen muss - seine Pläne stoßen, wen wundert´s, nicht auf ungeteilte Zustimmung. Doch offenbar könnte der Vorstoß des Gesundheitsministers die FDP wieder zurück ins Rennen um die heiß begehrten Wählerstimmen bringen: In ersten Kommentaren war neben einer gesunden Skepsis auch deutlich der positive Anklang herauszulesen, den Daniel Bahrs Initiative findet - und unverhohlene Abneigung gegen den oftmals als viel zu groß empfundenen Einfluss der Pharmalobby.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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