Magenverkleinerung & Krankenkasse

Magenverkleinerung von der Krankenkasse bezahlen lassen - geht das?

zuletzt aktualisiert: 07.12.2011

Dass eine Magenverkleinerung von der Krankenkasse bezahlt wird, ist nicht so unmöglich, wie man vielleicht glaubt. Es gibt durchaus Fälle, in denen die Krankenkasse die Magenverkleinerung übernimmt. Aber es gibt - natürlich - einiges zu beachten.

 

Dass die Magenverkleinerung von der Krankenkasse übernommen wird, ist für Patienten mit eher geringfügigen Gewichtsproblemen eher unwahrscheinlich - soviel vorab. Es müssen schon einige ”gewichtige Argumente” vorliegen, die die Krankenkasse dazu bewegen können, eine solche Operation zu bewilligen. Doch unmöglich ist es auch nicht, seine Krankenkasse von der Notwendigkeit einer Magenverkleinerung zu überzeugen.

Was als Grund ausreichend ist, darüber streiten sich die Krankenkassen und ihre Mitglieder nicht selten - mitunter auch vor Gericht. So musste das Sozialgericht Dortmund in einem Fall entscheiden, in dem eine 49-jährige Versicherte ihre Kasse auf Übernahme der Kosten für eine minimalinvasive Magenverkleinerung (Magenband) verklagt hatte. Die Patientin wies ein erhebliches Übergewicht auf und litt an Begleiterscheinungen wie Diabetes mellitus sowie Knie- und Wirbelsäulenbeschwerden. Diät-Programme, an denen die Klägerin teilgenommen hatte, hatten nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

 

Magenverkleinerung als Kassenleistung: Gerichte geben Marschrichtung vor.

Trotzdem verweigerte das Gericht der Patientin einen Anspruch auf die Übernahme der Magenverkleinerung durch ihre Krankenkasse. Der Grund war allerdings nicht, dass Übergewicht und Begleiterscheinungen die Operation nicht gerechtfertigt hätten. Die Richter lehnten einen Anspruch aus dem Grund ab, weil die konventionellen Behandlungsmethoden nicht ausreichend ausgeschöpft waren. Hätte die Klägerin eine multimodale Adipositastherapie nach den Richtlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft absolviert, hätten ihre Chancen weitaus besser gestanden. Da sie an einer solchen Therapie jedoch nicht teilgenommen hatte, versagten die Richter ihr den Anspruch auf die von der Krankenkasse übernommene Magenverkleinerung.

Dass Magenverkleinerungen von Krankenkassen dennoch übernommen werden - und das offensichtlich gar nicht so selten -, ist am Beispiel der DAK zu sehen: Die nämlich gibt an, dass im Jahr 2010 “bundesweit 607 Operationen mit Magenband, Magenballon oder Magenverkleinerung abgerechnet” wurden. Und auch die AOK schließt die Übernahme nicht von vornherein aus: In ihrem Forum etwa gibt die Krankenkasse die Empfehlung, dem formlosen Antrag auf Kostenübernahme als Ergänzung Nachweise über Verhaltenstherapie und interdisziplinäre Behandlung (Ernährungstherapie plus Bewegungstherapie plus Verhaltenstherapie) sowie Ernährungs- und Bewegungsprotokolle beizufügen. An anderer Stelle weist die Kasse darauf hin, dass Anträge individuell in Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen geprüft werden und es eine generelle Kostenzusage für eine Magenverkleinerung durch die Krankenkasse nicht gibt. Es hängt also immer vom Einzelfall ab, ob die Krankenkasse die Magenverkleinerung übernimmt.

 

Chancen auf ein Magenband von der Krankenkasse bestehen durchaus - ebenso Risiken.

Die Chance auf die Kostenübernahme durch die Krankenkasse besteht also durchaus - doch klar ist auch, dass die Magenverkleinerung erst dann eine Option ist, wenn alle konservativen Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind. Das gilt um so mehr, da auch eine solche Operation wie alle Operationen ein nicht zu unterschätzendes Risiko mit sich bringt. Das gilt neben der eigentlichen Operation auch für die Anästhesie, da die Risiken durch das Übergewicht des Patienten erhöht sind. Auch nach einer erfolgreichen Operation können noch Komplikationen wie Magenverschlüsse durch Nahrungsbrocken, Infektion des Ports, Einschneiden des Magenbandes oder auch dessen Verrutschen auftreten.

Trotzdem erscheint vielen Betroffenen die Magen-OP als letzter Ausweg - wenn auch als ein ziemlich teurer. Wer aber nachweislich über die persönlichen Voraussetzungen verfügt und alle konventionellen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft hat, dessen Chancen auf Übernahme der Kosten für eine Magenverkleinerung durch die Krankenkasse stehen - die Zahlen allein bei der DAK belegen es - gar nicht so schlecht.(cm)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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