Kuckuckskinder Gesellschaftsdruck

Kuckuckskinder und gesellschaftlicher Erwartungsdruck

Kuckuckskinder sind ein Phänomen, das in allen Kulturkreisen auftritt, aber auch Abhängigkeiten von sozialer Schicht und Region aufweist, so äußerte Verhaltensforscher Karl Grammer (Ludwig Boltzmann Institut, Wien) in einem Interview . Der Wissenschaftler verweist auf den Umstand, dass Kuckuckskinder in Akademikerkreisen seltener aufträten. Auch regional gäbe es signifikante Unterschiede. So sei der Anteil der Kuckuckskinder am Gesamtnachwuchs in der Schweiz geringer als beispielsweise in Großbritannien.

Auf das Thema Fremdgehen angesprochen verweist Grammer darauf, dass einer britischen Studie zufolge Frauen vor allem dann fremdgehen, wenn ihre Empfängnisbereitschaft am höchsten ist.  Dass nach drei Jahren Ehe mehr als 20 % der Frauen fremdgegangen waren,  habe der Kinsey-Report schon in den Fünfziger Jahren herausgefunden, so Grammer.
 

 

Wie stark Frauen den Gesellschaftsdruck offenbar empfinden, zeigte sich an einer Studie, in der die Teilnehmer nach der Anzahl der Sexualkontakte in einem bestimmten Zeitraum befragt wurden. Während die Männer einen Wert von 4,2 angaben, lagen die Frauen bei nur 2,8 Sexualkontakten. Als aber die Befragung nochmals durchgeführt wurde, und zwar mit Einsatz eines Lügendetektors, gaben plötzlich sowohl Männer als auch Frauen 4,2 Sexualkontakte zu.

 

Fremdgehen, Kuckuckskinder, Sexualkontakte: wahrheitsgetreue Antworten unwahrscheinlich

Dies zeigt einerseits, dass Frauen bei diesem Thema gerne untertreiben, wohl um gesellschaftliche Verurteilungen zu vermeiden, da nach wie vor ein aktives Sexualleben bei Männern meist anders bewertet wird als bei Frauen. Es zeigt andererseits jedoch auch, dass bei vergleichbar sensiblen Fragestellungen wie beispielsweise dem Fremdgehen oder Kuckuckskindern mit einer nicht unerheblichen Dunkelziffer zu rechnen ist.
 

Gerade Kuckuckskinder, also die häufig über lange Jahre aufrechterhaltene und oftmals bewusste Täuschung über den wahren Kindsvater, weckt die Furcht vor gesellschaftlicher Ächtung, weit über das vom “bloßen Fremdgehen” bekannte Maß hinaus. Die Vermutung, dass die bloße Befragung zum Thema Kuckuckskinder zum Teil erhebliche Abweichungen von den tatsächlich zutreffenden Zahlen ergibt, dürfte daher berechtigt sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kuckuckskinder: weitere Meldungen zum Thema