Krankenkasse Rückerstattung

Krankenkasse: Rückerstattung führt oft zu Ärger.

 

zuletzt aktualisiert: 14.02.2011

Eine Rückerstattung von der Krankenkasse, das scheint oft mit Ärger verbunden zu sein. Bei zwei unterschiedlichen Sachverhalten sorgt das Ergebnis für frustrierte Versicherte. Gemeinsam ist beiden Sachverhalten zum Thema Rückerstattung bei Krankenkassen nur eines: Der Versicherte zahlt letzten Endes drauf.

Im ersten Fall geht es um die Zuzahlung für Arzneimittel und deren Rückerstattung von der Krankenkasse. Seit 2011 haben Patienten die Wahl, ob sie sich in der Apotheke die ihnen verschriebenen und günstigeren Generika oder die im Vergleich teureren Originalpräparate geben lassen. Natürlich ist die Wahl des Originals mit Mehrkosten verbunden, die der Patient zu tragen hat. Doch hat der Patient ein Anrecht darauf, dass die Rabatte, die kraft Gesetzes den Krankenkassen eingeräumt werden müssen, nicht dem Patienten in Rechnung gestellt werden. “Sie dürfen dem Versicherten nicht in Rechnung gestellt werden”, sagt der Gesetzestext ganz klar dazu – und doch passiert genau das. Denn in der Praxis hapert es bei der Rückerstattung von der Krankenkasse ganz gewaltig.

 


Krankenkassen und Apotheker schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, an wessen Versäumnissen die unbefriedigende Situation liegt. Dem Patienten dürfte es letztlich egal sein, wer die Schuld trägt. Was ihm jedoch nicht egal sein wird, ist, dass er mehrfach belastet wird. Neben dem höheren Differenzpreis, bedingt durch die Wahl des Originalpräparates, zahlt er auch die entgangenen Abschläge auf das teurere Arzneimittel – und für die Rückerstattung zahlt er seiner Krankenkasse oftmals auch noch eine Bearbeitungsgebühr.

 

Rückerstattungspraxis der Krankenkassen schriftlich im Ministerium bemängelt

Die Arzneimittelhersteller sahen sich inzwischen sogar genötigt, sich schriftlich im Gesundheitsministerium zu beschweren. Von “rechtswidriger Praxis” ist die Rede, von Sabotage der Mehrkostenregelung durch den Versuch, die Mehrkostenregelung ins Leere laufen zu lassen. Deutlich wird auch Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie: Er wird in den Medien mit den Worten zitiert: “Entweder haben die Kassen ihre Hausaufgaben nicht gemacht, oder sie wollen die Regelung unterlaufen, um die Versicherten als Verhandlungsmasse bei Rabattverträgen zu missbrauchen.”

 

Auch Fall 2 ist dazu geeignet, Betroffene an der Gerechtigkeit bestehender Regelungen zweifeln zu lassen. Die Situation: Ein Selbstständiger bezahlt entsprechend seiner Einstufung Beiträge bei seiner Krankenkasse. Nach Erhalt des Steuerbescheides für den Beitragszeitraum ergibt sich, dass er zu wenig Beiträge bezahlt hat. Die logische Konsequenz ist, dass er die Differenz zum korrekten Beitrag nachentrichten muss. Soweit, so schmerzhaft. Im umgekehrten Fall jedoch – es ergibt sich nach dem Steuerbescheid, dass der Selbstständige zu viel Beitragszahlungen geleistet hat – erwartet der Selbstständige eine Rückerstattung von seiner Krankenkasse. Vergeblich! Für die zu hohen Beitragszahlungen eine Rückerstattung von der Krankenkasse? Das ist nicht vorgesehen. Lediglich ab dem Stichtag eine günstigere Beitragseinstufung können Betroffene erwarten – aber eine Rückerstattung gibt es nicht. So geschehen bei der "Deutschen ­Angestellten Krankenkasse" (DAK), doch auch von der TK (Techniker Krankenkasse) sind Fälle dieser Art bekannt. Grund ist Medienberichten zufolge eine Gesetzesänderung.

Es muss die Frage gestellt werden, ob es tatsächlich legitim sein kann, aufgrund desselben Sachverhaltes (vorliegender Steuerbescheid) einerseits rückwirkend Forderungen geltend zu machen, andererseits jedoch seitens der Krankenkasse Rückerstattungen zu verweigern. Auf ein höchstrichterliches Urteil darf man wohl mit Fug und Recht gespannt sein. Auf Verständnis stoßen dürfte die gegenwärtige Regelung jedenfalls wohl kaum. Auch die Akzeptanz von Zusatzbeiträgen dürfte unter dem Bekanntwerden von Praktiken dieser Art - mögen sie auch gesetzlich gedeckt sein - eher leiden. Zu guter Letzt ist die verweigerte Rückerstattung zu viel gezahlter Beiträge sicherlich nicht geeignet, das Unrechtsbewusstsein zu fördern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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