Krankenkasse Krankengeld

Krankenkasse: Wieviel Krankengeld gibt es - und ab wann?

 

zuletzt aktualisiert: 16.02.2011

Von der Krankenkasse kann Krankengeld erhalten, wer mit Krankengeldanspruch versichert ist und arbeitsunfähig wird. Hierbei gelten Einschränkungen – eine Schönheitsoperation mit anschließender Arbeitsunfähigkeit etwa löst in der Regel keinen Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse aus.

Ist die Arbeitsunfähigkeit vom Arzt attestiert, besteht grundsätzlich ab dem nächsten Tag ein Anspruch auf Krankengeld. Bei stationärer Behandlung besteht der Anspruch schon ab dem ersten Tag. Allerdings ruht der Anspruch häufig in den ersten sechs Wochen, da in der Zeit der Lohnfortzahlung des Arbeitgebers die Krankenkasse noch kein Krankengeld auszahlt.

 


Die Höhe des Krankengeldes hängt vom vorherigen durchschnittlichen Einkommen ab. Das Krankengeld beträgt 70 % des letzten beitragspflichtigen Arbeitsentgelts, darf aber gleichzeitig 90 % des letzten Nettoentgelts nicht überschreiten. Zusätzlich begrenzt ist das Krankengeld durch die Beitragsbemessungsgrenze, da oberhalb dieser Grenze keine Krankenkassenbeiträge entrichtet werden. Die Beitragsbemessungsgrenze stellt daher den maximal möglichen Betrag dar, von dem die 70% des Krankengeldanspruchs berechnet werden. In 2011 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 3.712,50 Euro. 70% dieses Wertes wären 2598,75 Euro monatlich beziehungsweise 86,83 Euro kalendertäglich, die maximal als Krankengeld von der Krankenkasse fällig würden.

Leistungen sozialversicherungspflichtig - mit Ausnahme des Krankenkassenbeitrags

Vom Krankengeld muss der Anspruchsberechtigte oft noch die Beiträge zur Sozialversicherung entrichten (gesetzliche Rentenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung). Beiträge zur Krankenkasse brauchen dagegen vom Krankengeld nicht getragen zu werden.

Die Dauer des Anspruchs auf Krankengeld ist bis auf wenige Ausnahmen nicht begrenzt. Die Ausnahme liegt vor, wenn wegen derselben Krankheit mehr als 78 Wochen in einem Dreijahreszeitraum Krankengeld beansprucht wird. In diesem Fall zahlt die Krankenkasse Krankengeld nur für längstens 78 Wochen. Bei unterschiedlichen Erkrankungen oder auch Krankheiten, die sich nur ähneln, beginnt jeweils eine neue Dreijahres-Frist. Auch in anderen Fällen kann der Anspruch ruhen. So zahlt die Krankenkasse auch dann kein Krankengeld aus, wenn anderweitig Arbeitseinkommen erzielt oder Entgeltersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Verletztengeld oder Mutterschaftsgeld bezogen wird. Auch ruht der Anspruch, wenn die Arbeitsunfähigkeit nicht fristgemäß der Krankenkasse gemeldet wird.

Für Selbstständige hat das Krankengeld der Krankenkasse noch eine weitere Auswirkung. Krankengeld gehört für Selbstständige nicht mehr zur Regelleistung der Krankenkasse, die deshalb auch einen ermäßigten Beitragssatz berechnet. Der Selbständige hat aber die Möglichkeit, das nicht mehr enthaltene Krankengeld gesondert bei der Krankenkasse abzusichern. Dazu muss er allerdings einen Wahltarif abschließen, was zur Folge hat, dass seine Bindungsfrist statt 18 Monate 3 Jahre beträgt – seine Möglichkeiten, die Kasse zu wechseln, sind daher in diesem Fall eingeschränkt. Manche Selbstständige schließen daher das Krankengeld bei einer privaten Krankenversicherung ab und bleiben so für den Fall einer möglichen Kündigung bei ihrer Krankenkasse flexibler.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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