Krankenkasse: Familienversicherung unter Beschuss

    Krankenkasse: Familienversicherung soll kostenpflichtig werden, fordern Experten.

zuletzt aktualisiert: 01.07.2011

 

In der Krankenkasse Familienversicherung zu genießen, ist bislang kostenlos - doch das soll sich nach Meinung von Experten ändern. Sie plädieren für eine pauschale Abgabe für Hausfrauen und -männer. So ließen sich auch die Beitragssätze senken, argumentieren sie.


Wirtschaftsexperten fordern ein Ende der kostenlosen Familienversicherung in der Krankenkasse. Stattdessen wird eine Pauschale von rund 125 Euro vorgeschlagen, die von Hausfrauen und -männern künftig gezahlt werden soll. Auf diese Weise könnten die Krankenkassenbeiträge um 0,7 Prozent gesenkt werden, so das Kalkül der Experten.

 


Der Geschäftsführer der “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” (INSM), Hubertus Pellengahr, wird in Medienberichten zitiert, dass es grob ungerecht sei, Familien mit nur einem Verdiener gegenüber Doppelverdiener-Familien zu begünstigen, bei der kostenlosen Mitversicherung handele es sich um nichts anderes als eine “Herdprämie”.

 

Nun ist es schön, wenn von Gerechtigkeit geredet wird und von der möglichen Senkung der Krankenkassenbeiträge. Gerechtigkeit will schließlich jeder, und gegen sinkende Krankenkassenbeiträge werden ebenfalls nur wenige etwas sagen. Der Haken ist nur: “Gerechtigkeit” ist mitunter eine Frage des Standpunktes, und was die Senkung der Krankenkassenbeiträge angeht: Das wäre sicher eine phantastische Sache, nur hätten in diesem Fall auf Arbeitnehmerseite davon wohl nur Singles und Doppelverdiener-Paare etwas. Verheiratete mit nur einem Einkommen zahlen drauf. Selbst, wenn sie für den Umstand, dass nur einer von beiden arbeiten geht, gar nichts können beziehungsweise den Umstand nur schwer ändern könnten - etwa wegen Krankheit, Kindererziehung und ähnlichen Gründen.

Wer jedoch immer gewinnen würde: die Arbeitgeber. Egal ob der Arbeitnehmer Einzel- oder Doppelverdiener ist, der nach den Wünschen der Experten gesenkte Krankenkassenbeitrag würde dem Arbeitgeber immer Einsparungen bescheren. Der Vorschlag der Experten würde also vor allem der Arbeitgeberseite Nutzen bringen. Kann es Zufall sein, dass es ausgerechnet die Arbeitgeber sind, die von einer Umsetzung der INSM-Forderung, dem Ende der kostenlosen Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse, am meisten profitieren?

Das mag jeder für sich selbst entscheiden, doch bei der Entscheidungsfindung könnte es nützlich sein zu wissen, dass die INSM von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie gegründet wurde. Dass sie von diesen Arbeitgeberverbänden auch gegenwärtig finanziert wird.

Zufall? Zumindest wohl nicht wirklich überraschend.

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die INSM sich wegen ihrer umstrittenen Praktiken schon häufiger Vorwürfen ausgesetzt sah: seitens der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di soll der INSM der Vorwurf politischer Werbung mit dem Ziel der Manipulation gemacht worden sein, als berichtet wurde, dass die INSM knapp 60.000 Euro bezahlt hatte, angeblich um Einfluss auf Dialoge in der TV-Serie “Marienhof” nehmen zu können. Über kritische Berichterstattung soll sich die INSM auch schon bei Rundfunk- und Fernsehräten beklagt und die Berichterstattung als einseitig bemängelt haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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