HEK schafft Praxisgebühr ab

Praxisgebühr: Hanseatische Krankenkasse HEK schafft Praxisgebühr als erste Kasse ab.

zuletzt aktualisiert: 05.07..2012

 

Bei der hanseatischen Krankenkasse HEK gibt es für die Versicherten Grund zum Feiern: die HEK schafft die Praxisgebühr ab – zumindest beim Zahnarzt. Doch während die HEK sich selbst feiert und Politiker in Jubelarien ausbrechen kann durchaus auch Kritik geübt werden.

Die hanseatische Krankenkasse HEK schafft die Praxisgebühr bei Zahnärzten ab und feiert sich dafür: Daran sehe man, dass die HEK eine Krankenkasse mit gesunden Finanzen sei, so der HEK-Vorstand Jens Luther. Eine Krankenkasse könne ihren Versicherten nur dann einen umfassenden Service und überdurchschnittliche Leistungen bieten, wenn sie auch finanziell vorgesorgt habe und für die Zukunft gerüstet sei.

Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach spricht von einem "vorbildlichen Signal", dass die CDU zur Aufgabe ihrer Blockadehaltung bewegen müsse. Die SPD fordert ebenso wie FDP, Grüne und Linke das Aus für die Praxisgebühr. Doch es wäre möglich, dass sich in die Begeisterung über den Schritt der HEK bald auch Kritik mischt.

Denn zum einen wäre es verfehlt, aus dem Schritt der HEK eine allgemeingültige Forderung abzuleiten. Die HEK gehörte mit der Technikerkrankenkasse und der IKK gesund plus zu den drei gesetzlichen Krankenkassen, die vom Bundesversicherungsamt als zuständiger Aufsichtsbehörde dazu aufgefordert worden war, angesichts ihrer Überschüsse die Auszahlung einer Prämie an ihre Versicherten zu prüfen. Dass es sich die HEK erlauben kann, ihren Versicherten dieses Zückerchen zu präsentieren, liegt also offenbar daran, dass es der Krankenkasse einerseits erheblich besser geht als vielen ihrer Mitbewerber und sie andererseits von der Aufsichtsbehörde zum Handeln aufgefordert wurde. Die Streichung der Praxisgebühr bei Zahnarztbesuchen könnte sich dabei als eine der preiswertesten Möglichkeiten herausstellen, dieser Forderung des Bundesversicherungsamtes zu entsprechen.

Zum anderen darf sicher auch hinterfragt werden, wie es denn zu den ausnehmend gesunden Finanzen der HEK überhaupt kommen konnte. Natürlich mag es sein, dass die HEK besonders sparsam gewirtschaftet hat – doch Mitte 2011 kam der Verdacht auf, dass die HEK ihre Kosten auch mit moralisch fragwürdigen Methoden drückt: damals wurde nämlich anlässlich der Schließung der City BKK Krankenkasse in den Medien darüber berichtet, dass die hanseatische Krankenkasse wechselwillige Versicherte, die ein hohes Kostenrisiko darstellen – vor allem Senioren – abgewimmelt haben soll. In den Berichten war davon die Rede, dass die Berater der HEK älteren Interessenten mitgeteilt haben sollen, dass es möglich sei, dass die Patienten nicht mehr ihre gewohnten Medikamente bekämen. Grund sei, dass zunächst die Rabattverträge mit den Herstellern überprüft werden müssten. Auch wäre es möglich, dass ein neues Gutachten über die Pflegestufe erstellt werden müsse, das möglicherweise ungünstiger ausfalle als das alte. Mitarbeiterinnen anderer Krankenkassen berichteten von Anrufen ehemaliger City BKK Versicherter, die den Eindruck hatten, systematisch zum Wechsel zu einer anderen Krankenkasse als der HEK gedrängt zu werden.

Das online-Magazin Spiegel berichtete seinerzeit das auch die Verbraucherschutzzentrale in Hamburg die HEK argwöhnisch beobachtete, das schon länger Vorwürfe gegeben habe, statt teurer alter und kranker Versicherter nur junge und gesunde Mitglieder haben zu wollen.

Die HEK dementierte damals die Vorwürfe und versicherte, dass man sich natürlich an die gesetzliche Verpflichtung halte, Versicherte der City BKK aufzunehmen. Es täte der Krankenkasse leid, wenn es im Rahmen der Beratungen zu "missverständlichen Äußerungen" gekommen sein sollte. Allerdings war in manchen Medienberichten trotz des Dementis von einem von einem "systematischen Abwimmeln“ die Rede. Auch die Berichte mancher City BKK-Versicherter auf der Homepage der Verbraucherzentrale Hamburg, die bei der HEK unterkommen wollten, sind durchaus dazu geeignet, den Eindruck zu erwecken, dass die Interessenten tatsächlich systematisch davon abgehalten werden sollten, zur HEK zu wechseln.

Allerdings war damals nicht nur die HEK - ob nun berechtigt oder nicht - in der Kritik, auch andere Kassen gerieten ins Visier des Bundesversicherungsamtes. Nachdem die Aufsichtsbehörde ein Eingreifen angedroht hatte, hatte es den Anschein, als würde sich die Lage entspannen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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