Hartz IV angemessene Wohnung

Hartz IV: angemessene Wohnung häufig Zankapfel

Was für Bezieher von Hartz IV eine angemessene Wohnung ist, hat der Gesetzgeber im Gesetzestext nicht eindeutig formuliert. Lediglich der Begriff “angemessen” taucht in Texten, die sich mit der Thematik befassen, immer wieder auf. Dementsprechend gehen die Ansichten weit auseinander. Was bei Empfängern von Hartz IV als angemessene Wohnung zu betrachten ist, richtet sich nach Faktoren wie Familiengröße, Alter und – aufgrund der sehr unterschiedlichen Mietpreise in Deutschland – dem regionalen Mietmarkt.

 

So sind Mieten im Raum München ungleich höher als beispielsweise in zahlreichen Gemeinden Nordrhein-Westfalens oder auch im Osten der Republik. Was in der einen Gemeinde als völlig unangemessen und überteuert gewertet würde, kann in anderen Städten eine völlig akzeptable Miethöhe für Hartz IV – Empfänger sein und durchaus als angemessene Wohnung anerkannt werden. Die Entscheidung darüber, ob diese Hartz IV Wohnungskosten angemessen sind, berücksichtigt neben dem reinen Quadratmeterpreis aber eben auch, wieviele Personen betroffen sind. So wird die Größe einer angemessenen Wohnung bei Hartz IV – Beziehern meist so angegeben, dass einer Einzelperson 45 bis 50 qm Wohnfläche zustehen, Paaren etwa 60 qm, ab drei Personen 75 qm und für jede weitere Person weitere 10 bis 15 qm.

Personen unter 25 Jahren allerdings brauchen schon gute Gründe, um überhaupt eine Kostenübernahme, auch für unter normalen Umständen angemessene Wohnungen, bewilligt zu bekommen. Für diese Personengruppe sind auch bei Bezug von Hartz IV Wohnungskosten bzw. deren Übernahme für eine eigene Wohnung regulär nicht vorgesehen.

 

Hartz IV Wohnungskosten: Neben Mietpreis und Größe auch Alter ein Fallstrick

Was die Ausstattung angeht, gehen auch hier die Ansichten darüber auseinander, welche Merkmale eine angemessene Wohnung von Hartz IV – Empfängern aufweisen kann, darf oder muss. So gab es vor dem Sozialgericht Dortmund ein Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes, weil der zuständige Leistungsträger der Meinung war, dass ein alleinstehender Hartz IV – Empfänger nicht unbedingt ein Bad in seiner Wohnung bräuchte. Dies sah das Sozialgericht offensichtlich anders: der Leistungsempfänger dürfe sich eine neue Wohnung suchen, deren Kosten vom zuständigen Träger zu zahlen seien – soweit diese “angemessen” seien. Zur Vermeidung teils unnötiger gerichtlicher Konflikte ist es daher im Zweifelsfall sicher ratsam, sich vor der Einleitung kostenintensiver Maßnahmen beim Leistungsträger eine Zusage einzuholen, ob es sich im vorliegenden Fall tatsächlich um eine für Empfänger von Hartz IV angemessene Wohnung handelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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