Krankenkassen: Entlastungen der Krankenhäuser belastet Beitragszahler

Krankenkassen gehen gegen Entlastungen der Krankenhäuser auf die Barrikaden

zuletzt aktualisiert: 18.11.2011

 

Krankenhäuser: Die geplanten Entlastungen der Krankenhäuser stößt bei den Krankenkassen auf Widerstand. Die Entlastung sei nicht notwendig, da es den Krankenhäusern so gut gehe wie selten zuvor.


Die Regierung plant die finanzielle Entlastung der Krankenhäuser um gut 400 Millionen Euro. Hauptargument der Politik: Durch hohe Tarifabschlüsse und die demografische Entwicklung der Gesellschaft seien die Kliniken hoch belastet. Den gesetzlichen Krankenkassen sind die Geschenke an die Kliniken ein Dorn im Auge. In einem Brief an Gesundheitsminister Daniel Bahr von der FDP und an den Bundestags- Gesundheitsausschuss wehren sie sich gegen die geplanten Klinik-Entlastungen. Ihrer Ansicht nach führt die Realisierung des Vorhabens zu höheren Lasten für die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen.

Krankenhäuser erhalten 2011 erstmals über 60 Milliarden Euro von den Kassen

 

Rettungsmaßnahmen für die Krankenhäuser seien überdies auch gar nicht notwendig, so Johann-Magnus von Stackelberg. Stackelberg ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. Zum einen gehe es den Krankenhäusern so gut wie schon seit langem nicht mehr, meint er, zum anderen sei die Alterung der Gesellschaft in den Vergütungen der Krankenhäuser längst berücksichtigt. So erhielten die Kliniken im Jahr 2011 erstmals mehr als 60 Milliarden Euro von den Krankenkassen überwiesen, ein Wert, der sich in 2012 nochmals um rund 2,5 Milliarden Euro steigern werde. Die Erlöse der Krankenhäuser stiegen doppelt so schnell wie die Einnahmen der Kassen.

Kein Bedarf für finanzielle Entlastung der Kliniken

Einen Bedarf für die zusätzliche Wohltat der Politik sieht der GKV-Spitzenverband daher nicht. Vielmehr haben die Kassenvertreter die Sorge, dass die finanzielle Entlastung letztlich dem Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen aufgebürdet wird. Laut Stackelberg wäre nämlich “die direkte Folge eine weitere und spürbare Mehrbelastung der Beitragszahler”.

Im Zusammenhang mit der letzten Gesundheitsreform wurden auch die Krankenhäuser zu einem Sparbeitrag verpflichtet. Sollten die von der Regierungskoalition geplanten Entlastungen umgesetzt, liefe das de facto auf einen weitestgehenden Erlass des Sparbeitrags hinaus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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