E-Zigarette: E-Zigarette: Verband wehrt sich

E-Zigarette: Verband wehrt sich gegen Image-Schädigung

zuletzt aktualisiert: 29.12.2011

Die E-Zigarette wird derzeit von etlichen Seiten unter Beschuss genommen. Mehr oder minder kompetente Institutionen kritisieren die E-Zigarette aufgrund potentieller Gefährdungen. Unabhängige Untersuchungen werden zwar gefordert, belastbare Daten liegen jedoch kaum vor. Trotzdem ergreift die Politik Maßnahmen gegen die E-Zigarette. Und ein neu gegründeter Verband beginnt, sich zu wehren.


In den vergangenen Wochen und Monaten konnten Beobachter, die das Geschehen rund um die E-Zigarette verfolgt haben, schon den Eindruck einer modernen Hexenjagd gewinnen. Da nimmt ein Krebsforschungsinstitut kritisch Stellung zur E-Zigarette und fordert die Verbannung des Boom-Produkts in die Apotheke, um gleichzeitig einzuräumen, dass ausreichende Untersuchungsergebnisse schlicht fehlen. Trotz einer sich für Rechtslaien auftuenden Diskrepanz zwischen dem technischen Ablauf des Verdampfens von sogenannten “Liquids” in E-Zigaretten und dem Verbrennen und Inhalieren von Pflanzenteilen (Tabak) bei normalen Zigaretten beschließen Kommunen das Verbot der E-Zigarette unter Berufung auf das Nichtrauchergesetz - das offenbar für E-Zigaretten überhaupt keine Aussagekraft besitzt. Ein ganzes Bundesland verbietet den Handel mit nikotinhaltigen Liquids, da Nikotin ein Funktionsarzneimittel darstelle und damit zulassungspflichtig sei. Eine schlüssige Erklärung, warum das im Zigarettenqualm enthaltene Nikotin kein Funktionsarzneimittel darstellt, sucht man vergebens. Auch bezieht sich das Verbot nicht auf nikotinfreie Liquids - obwohl auch diese auf dem viel geschmähten Propylenglykol basieren und obwohl auch bei diesen Liquids die Zusammensetzung oft nicht bekannt ist und somit unwägbare Risiken bergen könnte. Nun formiert sich in der Branche Widerstand.

 

Verband: Angeführte Gesetze nicht auf E-Zigarette anwendbar

Der “Verband des deutschen eZigarettenhandels” - gegenwärtig ein noch in Gründung befindlicher Verein, wehrt sich gegen die Aktivitäten von Instituten und Politik. So weist der Verband darauf hin, dass nach seiner Auffassung das in NRW erlassene Verbot einer gesetzlichen Grundlage entbehrt.

Das Pochen des NRW-Gesundheitsministeriums auf die Einhaltung von arzneimittel- und medizinproduktrechtlichen Vorschriften sei nicht haltbar - schlicht deshalb, weil die fraglichen Produkte von Arzneimittelgesetz und Medizinproduktegesetz weder geregelt werden noch überhaupt darüber geregelt werden dürfen. Letzteres deshalb, weil der Europäische Gerichtshof entsprechende Entscheidungen gefällt habe.

Angaben über Nitrosamin-Mengen fehlen

Auch dass seitens der Kritiker immer wieder Untersuchungsergebnisse der amerikanischen Food and Drug Administration FDA angeführt werden, stößt dem E-Zigarettenhändler-Verband sauer auf - und zwar einerseits deshalb, weil die FDA noch immer nicht die tatsächliche Menge der nachgewiesenen Nitrosamine genannt habe, was jedoch für eine Risikobeurteilung unerlässlich sei, und weil andererseits das Hamburger Analyselabor “Eurofins Dr. Specht Laboratorien” bei seinen Untersuchungen in den Liquids weder in deren flüssiger Form noch in deren Dampf Nitrosamine habe nachweisen können.

Schließlich nimmt sich der neue E-Zigarettenhändler-Verband auch der Äußerungen einer im Streit um die E-Zigarette oft zitierten Wissenschaftlerin an: Die am Deutschen Krebsforschungszentrum tätige Frau Dr. Pötschke-Langer hatte, nachdem in einem Raum zwei E-Zigaretten geraucht worden waren, die Aussage getätigt: “Nachdem in dem Raum zwei E-Zigaretten geraucht worden waren, hatten meine Kollegen und ich Atemwegsreizungen und ein Benommenheitsgefühl.” Der Verband empfindet die Äußerung von Dr. Pötschke-Langer nicht nur als “höchst unwissenschaftlich”, sondern auch als zahlreichen Untersuchungen widersprechend.

Selbst die vermeintliche Gefährlichkeit des in der E-Zigarette verwendeten Propylenglykols ist dem Verband ein Rätsel, weshalb er das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz zitiert - der zum einen die “niederkettigen, mehrwertigen Alkohole” als “toxikologisch praktisch unbedenklich” bezeichnet und zum anderen darauf hinweist, dass “Glyzerin und 1,2-Propylenglykol [...] seit Jahren in pharmazeutischen und kosmetischen Präparaten im oralen und dermalen Anwendungsbereich” eingesetzt werden.

Der Verband des deutschen eZigarettenhandels (i.G.) sieht darin Beipiele für eine gezielte Desinformations-Kampagne, deren sofortige Einstellung er fordert. (cm)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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