E-Zigarette Test

E-Zigarette: Test im Alltag

zuletzt aktualisiert: 03.01.2012

Die E-Zigarette im Test: In den Medien herrschen gegenwärtig Auseinandersetzungen vor, die zum einen nur zum Teil sachlich geführt werden und zum anderen dem an der E-Zigarette Interessierten nur bedingt weiterhelfen. Es hilft also nicht – ein E-Zigaretten-Test muss her. Dabei soll es nicht um den Vergleich verschiedener Modelle gehen, sondern zunächst um die E-Zigarette als solche.

Die Entscheidung fällt daher auf das Modell eGo-T von Red Kiwi, angeblich der Marktführer und baugleich mit dem Modell desselben Namens von Hersteller Joyetech. Die Beratung ist gut, das Gerät macht einen vernünftigen Eindruck, Ersatzteile sind angeblich kein Problem und die Auswahl an Liquids groß – also einpacken bitte. Die Wahl des ersten Liquids fällt auf „7 Leaves“ mit 18 ml Nikotin – geeignet für starke Raucher. Das Set mit zwei E-Zigaretten und USB-Ladekabel kostet schlappe 85 Euro, knapp sieben Euro sind noch einmal für das erste Liquid fällig – kein billiger Start in die Welt der E-Zigarette.

Immerhin fehlt dafür die Bedienungsanleitung. Kein Problem, denken wir, so schwer wird es ja wohl auch nicht sein. Ein Trugschluss, wie sich später herausstellt. Die Test-E-Zigarette ist zwar zügig befüllt und einsatzbereit, doch ohne Bedienungsanleitung erfährt man auch nicht, dass beim Laden des Akkus die LED zunächst rot glimmt und später auf grün umschaltet. Dumm gelaufen, denn in diesem Fall leuchtete das Ladegerät vom ersten Moment an grün – und lud daher den Akku nicht. Gut, dass wir das Doppel-Set mit zwei E-Zigaretten gewählt hatten, sonst wäre mit dem E-Zigaretten-Test früh Schluss gewesen.

E-Zigarette im Test: Oben von links: Akku, Verdampfer,Depot/MundstückE-Zigarette im Test: Auch E-Rauchen will gelernt sein.

Nun wird die eGo-T in Betrieb genommen. Fünfmal kurz auf den Schalter getippt, dann zeigt die flackernde LED die Betriebsbereitschaft der E-Zigarette an. Der erste Zug wird bewusst vorsichtig in die Mundhöhle eingesogen und dann inhaliert. Ergebnis: Schmeckt wie Luft durch Strohhalm. Wäre da beim Ausatmen nicht der dezente weiße Dampf, wir hätten an eine Fehlfunktion geglaubt. Also mehr Mut beim nächsten Zug: Kräftig in die Mundhöhle einsaugen, dann inhalieren – und schon gibt es einen Hustenanfall vom Allerfeinsten. Aber nach ein paar Zügen ist die Handhabung der E-Zigarette kein Problem mehr, nur ein wirklicher Tabakgeschmack will sich beim E-Rauchen nicht so richtig einstellen. Was allerdings am Liquid liegen kann – und da gibt es ja reichlich Auswahl. Also wieder in den Laden – wo wir eh hin müssen, denn wegen des missratenen Ladeversuchs verweigert der Zweit-Akku jedes Lebenszeichen.

 

Dort stellt sich heraus: Ersatzteile sind offenbar doch ein Problem - denn Ersatz-Akkus hat die Verkäuferin nicht da. Die habe sie bestellt, aber bis sie da seien, das könne etwas dauern. Weiter kommen wir erst mit dem zarten Hinweis, wir würden ja gerne noch das eine oder andere Liquid erwerben, nur mache das ohne Akku wenig Sinn – ob man nicht aus einem der Verkaufssets einen Akku entnehmen könne…? Mit neuem Akku und neuem Liquid – und einer Bedienungsanleitung! - machen wir uns dann auf den Rückweg. Statt eines weiteren Tabak-Aromas haben wir uns für die Geschmacksrichtung „Cherry“ entschieden, und tatsächlich schmeckt der Dampf ein wenig nach dem Aroma der guten alten Cherry-Coke.

Wo wir gerade beim Thema „Liquids“ für E-Zigaretten sind: Die werden in unzähligen Varianten angeboten – wir haben uns für den Hersteller „Flavourart/ Red Kiwi“ entschieden. Diese Liquids mögen etwas teurer sein, doch angesichts der Lieblingsdiskussion von Forschern und Politikern über die oft nicht deklarierten Inhaltsstoffe von E-Zigaretten-Liquids erschien uns das als eine gute Wahl: Red Kiwi gibt an, in seinen Liquids ausschließlich Zutaten zu verwenden, die die EU für Lebensmittel zugelassen hat und die seitens der EFSA (European Food Safety Authority) überwacht werden. Als Basis der Liquids nennt Red Kiwi 55% Propylenglykol, 35 % Glycerin und 10 % gereinigtes Wasser. Natürlich: Letztlich können wir als Laien nicht beurteilen, wie die Inhaltsstoffe in Kombination auf den menschlichen Körper wirken und auch nicht, ob in einer E-Zigarette verdampfte Lebensmittelaromen unschädlich sind – es handelt sich eben nicht um ein Lebensmittel. Aber wir haben wenigstens einen Überblick über das, was in den Liquids drin ist. Das ist mehr, als bei manch anderem Hersteller der Fall ist – und auch mehr, als mancher „Fachmann“ zugibt. So mancher Experte verweist nämlich gern auf fehlende Inhaltsstoff-Deklarationen – dabei wären die vermutlich recht einfach zu erhalten. Was dagegen offensichtlich wirklich fehlt, sind unabhängige Untersuchungen über die Wirkungen der Liquids. Dafür wären nun wieder die „Experten“ zuständig…

E-Zigarette im Test - wie sind die “Rauch”-Eigenschaften?

Wie schon angemerkt, ist das Dampfen einer E-Zigarette gewöhnungsbedürftig – was nicht negativ gemeint ist. Zudem hat jeder Raucher seine persönlichen Gewohnheiten, und das wirkt sich beim Umstieg auf die E-Zigarette aus. In unserem E-Zigaretten-Test etwa wurde viel mit der richtigen Inhalationsmenge experimentiert, mit zusätzlich eingesogener „Nebenluft“, mit Unterbrechungen der Verdampferbetätigung während der Inhalation. Zum Teil ist das jedoch reine Spielerei, ein spielerisches Kennenlernen des neuen Gerätes – kein echtes Umgewöhnungsproblem. Allerdings traten – wohl infolge zu kräftigen Ziehens an der E-Zigarette – Reizungen auf der Zunge auf. Die hielten sich jedoch in einem moderaten Rahmen. Ein positiver Effekt, der sich nahezu automatisch einstellte: Schon in den ersten Tagen sank die Zahl gerauchter Tabakzigaretten von weit über 20 auf gerade einmal drei Stück am Tag. Im Gegensatz zu manchen Schilderungen begeisterter E-Raucher verschwand bei uns jedoch der Wunsch, ab und an eine „echte“ Zigarette zu rauchen, nicht vollständig. Dennoch war eine erhebliche Reduzierung des Tabakkonsums bei unserem E-Zigaretten-Test nahezu problemlos möglich.

Sollten irgendwann einmal (endlich) belastbare Untersuchungsergebnisse vorliegen und diese belegen, dass die E-Zigarette erheblich weniger Schadstoffe produziert als eine konventionelle Tabak-Zigarette, dann würde das bedeuten, dass ein Umstieg sicherlich nicht zu einem „gesunden“ Rauchen führt – aber zu einem im Vergleich weitaus weniger schädlichen. Das beginnt schon mit den etwa 4.800 chemischen Substanzen, die Lungenärzten zufolge in normalem Zigarettenrauch enthalten sind – und von denen etwa 70 als krebserregend gelten. Diese Substanzen fehlen bei der E-Zigarette weitestgehend – und selbst das Nikotin muss nicht enthalten sein: Viele Geschmacksrichtungen gibt es mit unterschiedlichem Nikotingehalt von „High“ (um die 18 mg Nikotin/ml Liquid) über „Medium“ ( 9 mg Nikotin je ml Liquid) bis „None“ (nikotinfrei). Auch die krebserregenden Nitrosamine, die die amerikanische FDA bei Stichproben gefunden haben will, aber deren genaue Werte bis heute scheinbar nicht veröffentlicht wurden, sind offenbar nur bei manchen Liquids enthalten – Red Kiwi zumindest verweist auf Untersuchungen des Hamburger Eurofins-Labors, bei denen keine Nitrosamine in nachweisbarer Menge gefunden wurden.

E-Zigarette: Test-Fazit

Nach unserem Test können wir sagen: Die E-Zigarette hätte das Zeug dazu, eine echte Alternative zum Tabak-Original zu sein – wenn sich die Forscher dazu durchringen könnten, endlich verlässliche Werte über die im Dampf enthaltenen Stoffe und deren Schädlichkeit vorzulegen, damit eine zuverlässige Beurteilung des Risikos erfolgen kann. Gegenwärtig wird jedoch leider im wahrsten Sinne des Wortes viel im Nebel schwadroniert, ohne dass in ausreichendem Maße echte Fakten genannt würden. Leider lässt sich die Politik auf die verbreiteten Parolen mitunter all zu leicht ein, wie man auch am Erlass des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums sieht, das den Verkauf nikotinhaltiger Liquids unterbinden will.

Der Gebrauch der E-Zigarette im Test: Das Handling der E-Zigarette macht keine nennenswerten Probleme. An das vom gewohnten Zigarettenrauchen abweichende eigentliche „Dampfen“ gewöhnt man sich recht schnell, die Handhabung von Akku, Verdampfer, Depots und Liquids stellt den Dampfer vor keine unüberwindbaren Schwierigkeiten - jedenfalls bei unserer E-Zigarette im Test, der eGo-T. Einzig die Befüllung der Depots kann zu einer etwas schmierigen Angelegenheit geraten, wenn die ölige Liquid-Substanz auf die Finger gelangt. Ein guter Tipp ist die Verwendung einer geeigneten Spritze mit der das Liquid aus der Flasche entnommen und in das E-Zigaretten-Depot injiziert werden kann. Empfehlenswert ist auch ein zweiter Akku: Sonst fällt das E-Rauchen während des Ladevorgangs für ein paar Stunden aus.

Das Umfeld eines neuen E-Rauchers zeigt sich häufig – obwohl zunächst skeptisch – bald recht angetan: keine vollen und stinkenden Aschenbecher mehr, kein in Möbeln und Kleidung hängender Zigarettenmief, keine Tabakkrümel auf dem Tisch (besonders bei Selbststopfern ein eklatanter Unterschied), kein Tabak-Atem. Eine unterhaltsame Episode am Rande: Eine von einer schweren Erkältung geplagte Kollegin erlitt nach stundenlangem Ausharren in einem E-Raucher-Büro ausgerechnet in dem Moment eine heftige Husten-Attacke, als unmittelbar neben ihr eine Tabak-Zigarette geraucht wurde. (rm)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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