E-Zigarette: Schutz von Passivrauchern gefordert

E-Zigarette: Passivraucher sollen geschützt werden

09.07.2012

Nachdem die bisherigen Attacken auf die E-Zigarette nur mäßigen Erfolg hatten, folgt nun ein neuer Angriff auf die mittlerweile sehr erfolgreiche Alternative zum Tabak-Glimmstängel. Das Bundesinstitut für Risikobewertung fordert wegen einer möglichen Gefährdung von Passivrauchern durch die E-Zigarette deren Verbannung in Raucherzonen.

 

Hintergrund für die Forderung ist die Bewertung typischer Inhaltsstoffe von E-Zigaretten-Liquids, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vorgenommen hat. Die Dämpfe von Nikotin, Vernebelungsmitteln, Aromastoffen und Zusatzstoffen könnten die Gesundheit der E-Raucher selbst beeinträchtigen, aber es sei nicht auszuschließen, dass auch Gefahren für Passivraucher existieren. Zudem wäre es möglich, dass einige E-Zigaretten auch krebserzeugende Aldehyde freisetzen würden.

 

In den Augen des Bundesinstitutes für Risikobewertung geht das Gefahrenpotenzial aber wohl noch etwas weiter, denn auch die Experimentierfreude der Konsumenten berge Gefahren in sich:
nachfüllbare Liquidtanks eröffneten den Benutzern von E-Zigaretten ein weites Feld zur Mischung eigener Liquids, die dann auch andere bedenkliche Substanzen beinhalten könnten.
Die tatsächlichen und durch solche eigenen Mischungen gegebenenfalls erhöhten Risiken für Passivraucher könnten daher nicht bewertet werden.

 

Daher fordert Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstitutes für Risikobewertung, dass es nur in Raucherzonen erlaubt sein sollte E-Zigaretten zu konsumieren, um eine gesundheitliche Beeinträchtigung von Passivrauchern weitestgehend auszuschließen. Auch im privaten Bereich empfiehlt das Bundesinstitut E-Zigaretten nicht im Beisein von Kindern, Schwangeren oder Kranken zu rauchen.

Überzogene Forderung nach Verbannung der E-Zigarette?

Auch wenn eine gesundheitliche Gefährdung durch die E-Zigarette bislang nicht ausgeschlossen werden kann, mag dem einen oder anderen die Argumentation und die daraus abgeleitete Forderung suspekt erscheinen. Denn obwohl nach wie vor Langzeitstudien fehlen und somit keine seriöse Aussage über die Langzeitwirkungen der E-Zigarette getroffen werden kann, reicht allein der Umstand, dass mögliche Gefahren auch nicht ausgeschlossen werden können, aus, um die Verbannung eines Konsumsguts und Lifestyle-Produktes in gesonderte abgetrennte Bereiche zu fordern.

Folgt man dieser Logik und überträgt sie auf andere Bereiche des täglichen Lebens, dann stellt sich die Frage, warum es beispielsweise noch erlaubt ist, dass Kraftfahrzeuge kreuz und quer durch Land und Städte fahren dürfen, statt ihr Dasein ausschließlich auf abgesperrten Rennstrecken fristen zu dürfen. Denn die Schädlichkeit von Autoabgasen und insbesondere Rußpartikeln von Diesel-Pkws ist mittlerweile hinlänglich belegt - und auch unsere Automobile verfügen über nachfüllbare Tanks, in die die Konsumenten in Form der Zugabe von Additiven „eigene Mischungen“ einfüllen können, deren potentielle Gefährdung von Dritten zumindest nicht ausgeschlossen werden kann.

Und auch das in Deutschland allseits beliebte Grillen im Sommer könnte dann gleich mit sanktioniert werden, denn auch hier haben die Konsumenten die Möglichkeit, sowohl der Luft als auch dem Grillgut durch die von ihnen verwendeten Brennstoffe, Anzünder, Gewürze, Öle und Marinaden unter Umständen gesundheitsschädliche Schäden zuzufügen. Weitere Beispiele ließen sich nahezu nach Belieben finden.

Wo ist die Grenze?

Was sich zunächst womöglich albern anhört, hat durchaus einen ernsten Kern. Natürlich ist es sinnvoll, mögliche drohende Gefährdungen des Verbrauchers auf ein Minimum zu reduzieren, und das wird wohl auch kaum jemand ernsthaft bestreiten wollen. Doch vielleicht wäre es mindestens ebenso sinnvoll, bei der Beurteilung möglicher Gefahren und der daraus resultierenden Ableitung von Forderungen mit Augenmaß vorzugehen. Denn wie die Beispiele zeigen, sind etliche bereits erwiesene, mitunter gravierende gesundheitliche Risiken und Gefährdungen hierzulande mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert. Warum nun ausgerechnet im Fall der E-Zigarette, bei der es bislang kaum verlässliche Untersuchungen hinsichtlich ihrer vermeintlichen Schädlichkeit gibt, ein Kreuzzug stattfindet, ist für den normalen Bürger kaum nachvollziehbar.

E-Zigaretten-Diskussion wirklich wegen der Gesundheit oder doch nur wegen des Geldes?

Was für den normalen Bürger hingegen sehr wohl nachvollziehbar erscheint ist, dass es bei der E-Zigarette auch um Geld geht - um viel Geld. Denn auf die Liquids der E-Zigarette wird keine Tabaksteuer fällig, und hinter der E-Zigarette stehen - bislang zumindest - auch keine multinationalen Konzerne, die ihre milliardenschweren Absatzmärkte gefährdet sehen. Wer will es dem Konsumenten da übel nehmen, wenn er den Grund des Kreuzzuges gegen die E-Zigarette viel eher in finanziellen als in gesundheitlichen Aspekten vermutet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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