DAK Hamburg: Fusion zur DAK Gesundheit

DAK Hamburg fusioniert mit BKK Gesundheit.

zuletzt aktualisiert: 18.10.2011

Die DAK Hamburg fusioniert zum Jahreswechsel 2011/ 2012 mit der BKK Gesundheit. Im zweiten Anlauf haben die Verhandlungen zwischen DAK Hamburg und BKK Gesundheit also doch noch etwas gebracht - auch wenn das Ergebnis Fragen aufwirft.

Die DAK Hamburg wird künftig “DAK Gesundheit” heißen - als Folge der Fusion mit der BKK Gesundheit zum 31.12.2011. Die Chefetagen beider Krankenkassen zeigen sich - natürlich - erfreut über das Ergebnis und reden von Synergieeffekten und Einsparungen.

Ob das so kommt, darf nach Statistiken des Bundesrechnungshofes stark bezweifelt werden: Der Bundesrechnungshof kommt nach Auswertung von Krankenkassenfusionen nämlich zu dem Ergebnis, dass Krankenkassenfusionen nur “geringe Einsparungen” bringen, dafür aber “mit erheblichen, zum Teil dauerhaften Aufwendungen” verbunden sind.

 

Deutliche Synergieeffekte sind dem Gutachten zufolge kaum zu beobachten. Auch steigende Marktanteile der fusionierten Kassen und dadurch mögliche verbesserte Konditionen bei Leistungserbringern seien eher die Ausnahme, so die Prüfer.

Ob Fusionen generell Sinn machen, ist daher an sich schon zweifelhaft. Die DAK Hamburg und die BKK Gesundheit belassen es allerdings nicht bei der Fusion als solchen, sondern gehen noch einen Schritt weiter: Die neue DAK Gesundheit schafft ab April 2012 den Zusatzbeitrag ab.

Der Chef der DAK Hamburg, Herbert Rebscher, wird auf der DAK-Website dazu mit den Worten zitiert: “Die Abschaffung des Zusatzbeitrages wird möglich, weil die Fusion wirtschaftliche Vorteile bringt.” Genau diese wirtschaftlichen Vorteile aber scheinen die Prüfer des Bundesrechnungshofes angesichts ihres Prüfungsergebnisses zu bezweifeln.

Vielleicht ist es auch einfach so, dass die beiden Kassen dem Strom abwandernder Mitglieder Einhalt gebieten wollen. Das wird bei den kürzlich gemachten Erfahrungen mit einer weiterhin erhobenen allein von den Mitgliedern zu tragenden Zusatzabgabe wohl nicht klappen, weshalb die Fusion von DAK Hamburg und BKK Gesundheit ein willkommener Anlass sein könnte, den ungeliebten Zusatzbeitrag zu kippen.

Ob sich die Einnahmen der DAK Gesundheit aus dem Gesundheitsfonds tatsächlich so positive entwickeln, wie die DAK Hamburg das erwartet - und ob diese Mittel dann tatsächlich ausreichen, um auch bei in der kalkulierten Höhe ausbleibenden Synergieeffekten ohne Zusatzbeitrag über die Runden zu kommen, das bleibt abzuwarten. Bis dahin erwecken die Pläne der fusionierenden Kassen bei so manchem wohl eher den Eindruck eines Pokerspiels mit hohem Einsatz.

Dabei hatte sich Rebscher schon einmal kräftig verzockt: Anfang 2010 hatte er in einem Interview noch verkündet, bis Ende des Jahres 2010 würden auch die anderen Kassen einen Zusatzbeitrag nehmen müssen und erklärt, nicht mit einer Massenabwanderung der DAK-Mitglieder zu rechnen. Die Wirklichkeit sah dann bekanntermaßen anders aus - die meisten Kassen haben bis heute die Einführung eines Zusatzbeitrages vermieden, während in der Zwischenzeit DAK-Mitglieder in Scharen zu anderen Kassen wechselten.

In demselben Interview hatte Rebscher übrigens einen Rückzieher beim Zusatzbeitrag für den Fall, dass die anderen Kassen nicht mitziehen würden, ausgeschlossen. Es sei unseriös, auf einen kurzfristigen Wettbewerbsvorteil zu setzen und Schulden zu machen - so etwas mache die DAK Hamburg nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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