DAK Mitglieder Zusatzbeitrag

    DAK: 180 Millionen Überschuss im ersten Quartal, doch der Mitglieder-Exodus geht weiter

zuletzt aktualisiert: 06.05.2011

 

Die DAK verlor dem “Tagesspiegel” zufolge in den ersten drei Monaten des Jahres 2011 weitere 76.000 Mitglieder. Trotzdem habe man im ersten Quartal einen Überschuss von rund 180 Millionen Euro erwirtschaftet. Dies sei der Aussage des DAK-Sprechers zufolge auch auf die Sanierungsbemühungen zurückzuführen - doch das dürfte nur die halbe Wahrheit sein.


Zugegeben, ein Überschuss von 180 Millionen Euro in nur einem Quartal klingt vielversprechend. Zumal, wenn man die vermutlich nahezu aufgezehrten Rücklagen der DAK und das Minus von 79 Millionen Euro aus dem Vorjahr berücksichtigt. Doch vergisst die DAK  bei der Angabe der Gründe für die positive Finanzentwicklung offenbar großzügig, entscheidende Faktoren zu nennen.

 


Natürlich mögen sich auch Sanierungsbemühungen in dem Ergebnis niederschlagen. Der Abbau von 650 Arbeitsplätzen im vergangenen Jahr wird Kostensenkungen mit sich gebracht haben, und auch die laut Vize-Chef Moldenhauer für 2011 ins Auge gefassten weiteren 800 Stellen werden zur Senkung der Verwaltungskosten beitragen. Ähnliches gilt auch für anstehende Standortschließungen wie etwa in Greven, wo die Geschäftsstelle Ende Mai ihre Pforten schließt..


 

Doch weitaus größere Auswirkungen dürfte gerade zu Jahresbeginn die Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes auf 15,5 % gehabt haben - eine Maßnahme des Gesetzgebers, die geschätzte 6 Milliarden Euro zusätzlich in das Gesamtsystem der Gesetzlichen Krankenversicherung pumpen dürfte. Deswegen gingen Schätzer bislang auch noch von einer in diesem Jahr noch relativ entspannten Finanzlage der Krankenkassen aus - bis das Aus für die City BKK beschlossen wurde, die allerdings schon seit längerem am Tropf hing.

Selbst die KKH-Allianz, die dank Zusatzbeitrag ähnlich wie die DAK mit einer wahren Mitgliederflucht zu kämpfen hat, stellt gegenwärtig ein “deutliches Finanzplus” in Aussicht. Doch dürfte dieser Frieden allenfalls vorübergehend sein. Allein der Anstieg der Kosten für Medikamente betrug im letzten Jahr schon rund 2 Milliarden Euro und somit etwa ein Drittel der erwarteten zusätzlichen Einnahmen in der GKV. Mit weiteren Kostensteigerungen im Gesundheitswesen darf daher vermutlich gerechnet werden - doch steigende Beitragseinnahmen sind nicht in Sicht. Zusätzliche Einkünfte könnten allenfalls über die ungeliebten Zusatzbeiträge generiert werden - und wozu das führt, hat gerade die DAK schmerzlich erfahren müssen.

Und die Mitgliederverluste halten an: In den ersten drei Monaten 2011 verlor die DAK Medienberichten zufolge weitere 76.000 Versicherte - überwiegend wohl Mitglieder, die zunächst den Zusatzbeitrag verweigert hatten und dann von der DAK gemahnt worden waren. Auch die Ankündigung, die ausstehenden Zusatzbeiträge per Pfändung einzutreiben, dürfte sich nicht eben positiv ausgewirkt haben.

Übrigens: Trotz des Millionen-Überschusses im ersten Quartal will die DAK den Zusatzbeitrag wohl unangetastet lassen und ihn auch künftig erheben. Ob das die Chancen der Hamburger Krankenkasse im Wettstreit um zahlende Mitglieder erhöht, darf angesichts zahlreicher zusatzbeitragsfreier Kassen bezweifelt werden. Aber vielleicht hat die DAK in diesem Punkt auch gar keinen Handlungsspielraum - immerhin schaut sich das Bundesversicherungsamt die Finanzen der Kassen mittlerweile ziemlich genau an, wie man am Beispiel der City BKK unschwer erkennen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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