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    DAK: Apotheker sind wegen DAK - Medikament-Empfehlung sauer

zuletzt aktualisiert: 29.06.2011

 

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse DAK hat sich mit einer Empfehlung in einer Broschüre den Unmut des Deutschen Apothekerverbands zugezogen. Die Auseinandersetzung gewährt nebenbei ungewohnte Einblicke in die Abrechnungspraxis der DAK.


Zugegeben, ein wenig seltsam klingt es heutzutage schon, wenn eine Krankenkasse ihren Mitgliedern empfiehlt, in der auf dem vom Arzt verordneten Medikament zu bestehen und sich kein Generikum andrehen zu lassen. Angesichts von Sparzwängen, Rabattverträgen, Gesundheitsreformen etc. die Bitte, Originalpräparate statt preiswerterer Generika zu kaufen? Und dann auch noch von einer Krankenkasse?

 

Doch genau das ist passiert. In einem Patientenwegweiser, dessen Impressum die DAK beinhaltet, steht unmissverständlich: “
Bestehen Sie beim Einkauf auf dem Medikament, das Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat, wenn Ihr Apotheker ein sogenanntes Generikum anbieten  will.” Der Deutsche Apothekerverband reagierte prompt und überdeutlich. Der Vorsitzende des Verbandes, Fritz Becker wandte sich in einem geharnischten Brief an den DAK-Chef Herbert Rebscher und ging ihn hart an.

Es handele sich um eine “Missachtung ersten Ranges der Arbeit der Apotheker”, so Becker. Dass es ungemein schwierig für die Apotheker sei, Patienten aufgrund der wechselnden Rabattvereinbarungen auf andere Medikamente umzustellen, sollte dem DAK-Chef nach Meinung Beckers aus vielen Gesprächen bekannt sein. Auch das Problem der Retaxierung sprach Becker an.

Retaxation ist ein Wort, das bei Apothekern Angstschweiß auslösen kann, denn wenn Krankenkassen retaxieren, wird es für den Apotheker oftmals teuer. Die Krankenkassen können von diesem Mittel Gebrauch machen, wenn ein Apotheker statt eines rabattierten Medikamentes ein anderes (teureres) Präparat abgibt. Die Krankenkassen dürfen dann von der Apotheke das Geld zurückverlangen, dass sie im Vergleich zum rabattierten Medikament zuviel bezahlt haben. In der letzten Zeit sollen die Krankenkassen vermehrt von der Möglichkeit der Retaxation Gebrauch machen, wobei aus Apotheker-Kreisen Klagen über ausufernde Retaxations-Praktiken laut werden.

Becker merkt zu diesem Thema an, dass gerade die DAK, die nun mit dem Tipp zur ausschließlichen Verwendung der verordneten Präparate statt preiswerterer Generika auffällig wurde, bei “Nichtbeachtung von Rabattverträgen sehr schnell zum Instrument der Nullretaxierung greift.” Bei einer Nullretaxierung erhält der Apotheker für das von ihm abgegebene Mittel von der Krankenkasse nicht nur kein Geld für die Preis-Differenz zwischen rabattiertem und fälschlicherweise abgegebenen Mittel - er bekommt für das von ihm ausgegebene Präparat überhaupt kein Geld. Eine Praxis, die offenbar bei der DAK sehr beliebt ist, folgt man den Ausführungen des Verbands-Vorsitzenden Fritz Becker.

Und Becker ist es denn auch, der die Frage aufwirft, ob die Empfehlung der DAK so zu verstehen sei, dass die DAK künftig von der Retaxation keinen Gebrauch mehr machen wolle.

Das wäre den gebeutelten Apothekern vermutlich sehr recht. Doch es sind sicherlich Zweifel daran angebracht, dass die DAK den Vorschlag Beckers begeistert aufgreifen wird.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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