City BKK Mitglieder

    City BKK Mitglieder werden von anderen Kassen oft abgewimmelt.

zuletzt aktualisiert: 10.05.2011

 

Besonders ältere und kranke Mitglieder der vor der Schließung stehenden City BKK werden offenbar bei anderen Kassen oft abgewimmelt, wenn sie sich dort um Aufnahme bemühen. Vermehrt werden Berichte publik, denen zufolge kostenträchtige Versicherte mit mitunter fadenscheinigen Begründungen vergrault werden.

 

Mitglieder der City BKK haben es derzeit nicht leicht: Nicht nur, dass das Bundesversicherungsamt das Aus für die City BKK beschlossen hat und sich die Mitglieder nun nach einer neuen Krankenkasse umsehen müssen - viele der Krankenkassen wimmeln offenbar City BKK - Mitglieder gezielt ab. Abstruse Sprüche wie den, dass die ausgewählte Kasse schon “voll” sei, müssen sich die ohnehin schon gebeutelten City BKK-Mitglieder bei ihrer Suche anhören.

Die Kassen scheinen dabei recht erfinderisch zu sein, denn die Liste von - teilweise abenteuerlich klingenden - Ausreden ist lang. Bei der City BKK sind mittlerweile Beschwerden gegen 11 Krankenkassen eingegangen, die sich offenbar ihrer gesetzlichen Pflicht zur Aufnahme der City-BKK-Mitglieder entziehen wollen - was natürlich heftig dementiert wird.

 


Wovor haben die Krankenkassen Angst? Das ist recht einfach zu erklären: Die City BKK hat eine ausgesprochen ungünstige “Risiko-Struktur”, an der sie letztlich auch gescheitert ist. Spätestens seit der Einführung ihres Zusatzbeitrages und der daraufhin einsetzenden Mitgliederflucht überwiegt bei der City BKK in hohem Maße der Anteil kostenintensiver Versicherter. Junge und gesunde Mitglieder sind dagegen stark unterrepräsentiert. Andere Kassen, die die Mitglieder der City BKK jetzt auffangen müssen, haben verständlicherweise Angst, sich in erster Linie Mitglieder ins Boot zu holen, die hohe Kosten verursachen. Darunter litte dann auch die eigene Risikostruktur, die Kosten stiegen gegenüber den Einnahmen unverhältnismäßig stark an - und das scheint man verhindern zu wollen, indem man den City BKK-Mitgliedern den Wechsel madig macht.

Dabei haben die Kassen rechtlich die Verpflichtung, diese Mitglieder aufzunehmen - und so beeilen sie sich denn auch, zu versichern, sie wären sich dieser Pflicht durchaus bewusst und würden sich nach Recht und Gesetz verhalten. Die Beschwerden indes sprechen eine andere Sprache. Dabei stellte Torsten Nowack, Sprecher der City BKK, gegenüber dem Tagesspiegel klar, dass die ausgewählten Krankenkassen“den Aufnahmeantrag rauszuholen” hätten und “mehr nicht”.

Dass die Praxis häufig eine andere ist zeigt, dass auch beim Bundesversicherungsamt (BVA) inzwischen Beschwerden vorliegen, denen die Behörde nachgehen will. BVA-Präsident Gaßner brandmarkte solche Praktiken als “klar rechtswidrig”. Zu den Krankenkassen, über die Beschwerden bekannt wurden, gehören die Barmer GEK, die AOK und die Hanseatische Ersatzkasse HEK.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hätte das noch eine andere pikante Note: Jahrelang warfen die gesetzlichen Kassen nämlich den privaten Krankenversicherungen vor, bei der Auswahl der Versicherten “Rosinenpickerei” zu betreiben und Antragsteller mit Vorerkrankungen abzulehnen. Den Vorwurf wird man schwerlich aufrecht erhalten können, wenn man sich selbst nicht anders verhält - und dabei auch noch gegen geltendes Recht verstößt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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