KKH-Allianz: Chronisch Kranke weiterhin Streitpunkt

Chronisch Kranke: KKH-Allianz mit neuen Vorwürfen konfrontiert

zuletzt aktualisiert: 07.11.2012

Nach dem Bericht über den Umgang mit chronisch Kranken bei der KKH Allianz kommt es für die gesetzliche Krankenkasse nun knüppeldick: dem ZDF Magazin "Frontal 21" zufolge hatte der Vertrieb der KKH-Allianz offenbar Weisung, chronisch Kranke nicht als Mitglieder zu werben . Das Magazin beruft sich bei seinem Bericht auf Vertriebsmitarbeiter der KKH-Allianz. Zuletzt hatte die KKH-Allianz mitgeteilt, die Telefonaktion, bei der Berichten zufolge chronisch Kranke zur Kündigung gedrängt worden sein sollen, habe ausschließlich dem Zweck gedient, ausstehende Zusatzbeiträge einzufordern. Krankheiten der Versicherten hätten dabei keine Rolle gespielt. "Ausdrücklich" sei es nicht darum gegangen, Mitglieder zur Kündigung zu bewegen.

Vertriebsmitarbeiter der KKH-Allianz äußerten gegenüber dem ZDF, dass es "eindeutiges Geschäftsziel" sei, kranke und alte Versicherte sowie Geringverdiener "nicht in der Kasse zu haben". Das ZDF-Magazin berichtete im Weiteren, dass Provisionen für die Anwerbung von Neukunden bei der KKH-Allianz nur dann fällig würden, sofern die geworbenen Neukunden als Arbeitnehmer mindestens einem Bruttolohn von monatlich 1000 € verdienen. Auch gebe es bei der KKH-Allianz eine so genannte "Qualitätsprovision", die nur dann in voller Höhe gezahlt werde, wenn die geworbenen Neukunden keine hohen Kosten in Form von Leistungen verursachten. Die Einschätzung, dass die KKH-Allianz chronisch Kranke und alte Versicherte zu vermeiden sucht, bestätigten mehrere Vertriebsmitarbeiter dem Magazin.

KKH-Allianz reagiert mit offenem Brief

 

Die Krankenkasse selbst wies in einem offenen Brief an die Redaktion von "frontal 21" darauf hin, dass die gesetzliche Krankenversicherung auf verschiedenen Wegen neue Versicherte akquiriere.

Allerdings würden in den Servicezentren und im Internet überwiegend einkommensschwache und teils auch kranke Mitglieder gewonnen.
Um eine ausgewogene Versichertenstruktur zu erhalten, müsse die "Kasse über den Vertrieb andere Risiken" akquirieren.
Die hier erfolgende Festlegung auf Zielgruppe führe jedoch keinesfalls zur Einschränkung des Kassenwahlrechtes, wie die KKH-Allianz betont.

 

“Ausgewogene Versichertenstruktur” wichtig für Fortbestand

Jedoch sei eine ausgewogene Versichertenstruktur von existenzieller Bedeutung für jede gesetzliche Krankenkasse, wie die Schließungen der City-BKK und der BKK für Heilberufe gezeigt haben. Die KKH-Allianz bestätigt in ihrem offenen Schreiben auch, dass die in ihren Augen notwendige Ausrichtung des Vertriebs teilweise auch Auswirkungen auf das Vergütungssystem hat.

Die Kasse legt jedoch Wert darauf festzustellen, dass trotz dieser Ausrichtung des Vertriebs einkommensschwache, arbeitslose und kranke Menschen sich für eine Mitgliedschaft bei der KKH-Allianz entscheiden können und "selbstverständlich unter Beachtung aller rechtlichen Vorgaben aufgenommen werden". Zudem würden die Vertriebsmitarbeiter zu mindestens 70 % über ein Festgehalt vergütet und nur ein in der Regel unter 30 % liegender Teil des Einkommens sei von den geworbenen neuen Mitgliedern abhängig. Für die Entlohnung der Vertriebsmitarbeiter spiele die von "frontal 21" angesprochene Zielgruppenorientierung daher nur eine untergeordnete Rolle.

Kasse räumt Fehler ein - und beklagt “Kampagne”

In dem Schreiben beklagt die Kasse weiterhin, dass sich bei der KKH-Allianz inzwischen der Eindruck aufdränge, dass es sich um eine gezielte Kampagne gegen die KKH-Allianz handele und dem ZDF-Magazin an einer sachlichen Darstellung offenbar kaum gelegen sei. Ausdrücklich stellt die Kasse zudem klar, "dass in Einzelfällen Mitgliedern im Zusammenhang mit der Erhebung von rückständigen Beiträgen auf inakzeptable Art und Weise ein Wechsel der Krankenkasse angeboten worden ist" – dafür entschuldige man sich ausdrücklich bei den Betroffenen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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