KKH-Allianz: Chronisch Kranke unbeliebt?

KKH-Allianz: Schwerkranke zu Wechsel gedrängt?

zuletzt aktualisiert: 06.11.2012

 

Die KKH-Allianz gerät unter Beschuss: wie das ZDF Magazin "frontal 21" berichtete, soll die gesetzliche Krankenkasse KKH-Allianz chronisch kranke Mitglieder zum Wechsel der Krankenkasse gedrängt haben. Dabei handelt es sich offenbar nicht um Einzelfälle. Vielmehr wird von einer "groß angelegten Telefonaktion" berichtet. Diese soll über Monate angedauert haben, Hunderte von Versicherten der KKH Allianz seien betroffen gewesen

Am 11.10.2012 erst hatte sich die KKH Allianz dafür gefeiert, als erste bundesweite Krankenkasse künftig die Praxisgebühr zu erstatten. Dafür sei lediglich Bedingung, dass die Versicherten ihre Quittungen über die Zahlung der Gebühr bei der KKH Allianz einreichen und vier Maßnahmen für gesundheitsbewusstes Verhalten - etwa die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen oder eine aktive Sport Vereinsmitgliedschaft - nachweisen. Vorstandschef Ingo Kailuweit kritisierte, dass die Praxisgebühr kranke Versicherte einseitig belaste. Nun aber scheint es so, dass die KKH-Allianz nicht - wie die Meldung von der Erstattung der Praxisgebühr vielleicht glauben macht - ein besonders großes Herz für ihre kranken Versicherten hat, sondern im Gegenteil sogar versucht diese loszuwerden.

Hat die KKH-Allianz kranke Versicherte zur Kündigung gedrängt?

 

Dem ZDF zufolge seien während der über Monate andauernden Telefonaktion hunderte Versicherte kontaktiert worden und über diese Kontakte mitunter sehr detaillierte Protokolle angefertigt worden. In den Medien werden beispielhaft die Fälle eines mit HIV-infizierten Patienten, einer schwer kranken Diabetiker wenn und einer blinden Versicherten erwähnt, die offenbar in mitunter langen Gesprächen zur Kündigung gedrängt wurden - was scheinbar in zumindest zwei der erwähnten Fälle auch gelungen ist.

Sowohl Bundesdatenschutzbeauftragte als auch Vertreter von Wohlfahrtsverbänden äußerten harsche Kritik an diesem Verhalten der KKH Allianz. Während der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar anmahnte dass der scharfe Wettbewerb nicht zu überschreiten gesetzliche Grenzen führen dürfe, verwies der Geschäftsführer des paritätischen Wohlfahrtverbandes, Rolf Rosenbrock, darauf, dass es sich bei der gesetzlichen Krankenkasse schon kraft Gesetzes um eine Solidargemeinschaft handele.

KKH-Allianz kündigt Prüfung der Vorwürfe an

Die Kasse selbst erklärte, man werde den Hinweisen nachgehen und der Vorstand habe eine interne Prüfung der Vorwürfe veranlasst. Nach bisherigem Wissen habe die Telefonaktion allerdings ausschließlich dem Zweck gedient, ausstehende Zusatzbeiträge einzufordern, die ein kleiner Teil der Versicherten nicht gezahlt hatte.

Krankheiten der Versicherten hätten dabei jedoch keine Rolle gespielt, ebenso wenig Alter oder Geschlecht. Einziges Kriterium seien die rückständigen Zusatzbeiträge gewesen und es sei "ausdrücklich" nicht darum gegangen Mitglieder zur Kündigung oder zum Kassenwechsel zu bewegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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