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Arbeitsagentur: Bewerberprofil in der Jobbörse mit Tücken

Das Online-Angebot der Arbeitsagentur bietet die Möglichkeit, im Rahmen der dortigen Jobbörse bei der Arbeitsagentur sein Bewerberprofil einzurichten. Prinzipiell eine gute Sache, denn das bietet potentiellen Arbeitgeber zusätzliche Möglichkeiten, offene Stellen zu besetzen. Hier liegt allerdings auch gleich eine Gefahr des Bewerberprofils bei der Arbeitsagentur. Denn nicht jeder, der diese Daten einsieht, hat damit Seriöses im Sinn – unerwünschte Werbekontakte und sogar kriminelle Machenschaften können die Folge sein. Schon auf den Seiten der Jobbörse selbst wird auf diese Problematik in den Nutzungsbedingungen hingewiesen. Auch die Empfehlung, gegebenenfalls bei der Arbeitsagentur sein Bewerberprofil bzw. sein Stellengesuch anonym einzustellen, findet sich dort.

 

Unseriöse Stellenanbieter  kommen ohne Probleme bei der Arbeitsagentur an Adress- und Kontaktdaten aus Bewerberprofilen

Doch hat die Sache mit der Anonymität einen Haken. Denn manche Daten aus dem Bewerberprofil bei der Arbeitsagentur erfährt der “Arbeitgeber” auch, wenn er selbst dort registriert ist, ein von der Arbeitsagentur betreutes Stellenangebot eingestellt hat und hierzu Vermittlungsvorschläge erhalten hat.

 

Dann nämlich erfährt der Arbeitgeber Name, Anschrift und Kontaktdaten von Bewerbern - auch von denen, die ihre Daten “anonym” eingestellt haben. Zwar darf er diese Daten “ausschließlich für die konkrete Stellenbesetzung nutzen und nicht an Dritte weitergeben” – aber das im Einzelfall zu kontrollieren, dürfte schwerfallen. Und auch die Sanktionierung eines Verstoßes, nämlich  “die betreffenden Angebote – ohne Benachrichtigung der Anbieter – zu löschen und den Zugang zur JOBBÖRSE zu sperren” wird schwarze Schafe kaum abhalten können. Auch der Hinweis, dass sich der Anbieter solcher unzulässiger Angebote der Gefahr möglicher Schadensersatzforderungen für Personal- und Sachkostenaufwand aussetzt, wird daran wohl nicht viel ändern können.

 

 Massenweise Scheinangebote bei Arbeitsagentur Berlin eingestellt

Ein Beispiel dafür ist der Fall einer Berliner Firma, die in 2009 etwa 2.500 Scheinangebote in die Jobbörse eingestellt hatte und so an die Adressen und Kontaktdaten der bei der Arbeitsagentur hinterlegten Bewerberprofile herankam. Die Problematik ist also bekannt, und Datenschutzbeauftragte kritisieren schon lange, dass der Umgang mit den Daten im Bewerberprofil der Arbeitsagentur zum Datenmissbrauch förmlich einlade. Die Arbeitsagentur will die gängige Praxis Medienberichten zufolge jedoch nicht ändern, da sie sich in einem Dilemma befände: je höher die Zugangsbarrieren für Arbeitgeber seien, um so weniger Stellenangebote würden in die Jobbörse eingestellt. Jobsuchenden kann daher wohl vorerst nur der Rat gegeben werden, mit der Preisgabe von Daten im Bewerberprofil bei der Arbeitsagentur vorsichtig zu sein – ein Rat, der sicherlich allgemein sinnvoll ist, aber die Jobsuche erschwert. In einem Dilemma befindet sich hier nicht nur die Arbeitsagentur. Die Bewerber selbst sind noch wesentlich stärker betroffen – schließlich handelt es sich um ihre Daten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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